Vor Gericht: Tödliche Verwechslung

Jäger erschießt Islandpony statt Wildschwein

Nachdem ein Jäger bereits im August 2012 bei der Jagd irrtümlich ein Islandpony mit einem Wildschwein verwechselt und getötet hatte, hatte die zuständige Waffenbehörde die ihm erteilte waffen- und munitionsrechtliche Erlaubnis widerrufen. Der Jäger erhob Widerspruch und wandte sich an das Verwaltungsgericht Berlin. Er begründete seinen Antrag mit folgenden Argumenten: Es habe sich um nur einen einzigen Fehlschuss gehandelt, bei dessen Abgabe es zudem schon dunkel gewesen sei. Im Übrigen habe die Staatsanwaltschaft das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingestellt.

Diese Argumente überzeugten das Berliner Gericht jedoch nicht, da es zu den elementaren Verhaltensregeln eines Jägers bei der Jagd gehöre, dass er sich vor der Abgabe eines Schusses zu vergewissern habe, auf welches Tier er schieße. Hierzu habe er das Tier vorher "nach seiner Art, eventuell auch nach Alter, Geschlecht und Körperzustand zu bestimmen". Bereits die kleinste Unsicherheit verbiete daher einen Schuss, zumal er von dem naheliegenden Ponyhof wusste. Erschwerend kam das von dem Jäger selbst vorgebrachte Argument der Dunkelheit hinzu. Gerade dann, so das Gericht, hätte er überhaupt nicht schießen dürfen. Das Verwaltungsgericht hat in seiner Eilentscheidung die Entscheidung der Waffenbehörde bestätigt und dem Jäger die Zuverlässigkeit abgesprochen. Gegen diesen Beschluss kann der Jäger Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen. (Beschluss vom 23.10.2013, Az. VG 1 L 251.13.)

Quelle: TASSO, Newsletter vom 12.12.2013

Gesetzliches Verbot von Stachelhalsbändern

Aktion "Tausche Stachelhalsband gegen Training"

 

Tiermedizinische Untersuchungen zeigen, dass die Anwendung von Stachelhalsbändern für die betroffenen Hunde mit zum Teil erheblichen Schmerzen, Leiden und Schäden verbunden ist. So kann der Einsatz dieser Halsbänder u. a. zum Durchstechen der Haut oder der Luftröhre, Quetschungen von Kehlkopf, Schilddrüse und Halsarterien sowie zur Traumatisierung der Hals- und Rückenwirbelsäule führen. Darüber hinaus sind auch psychische Leiden, wie zum Beispiel schmerzinduziertes Angst oder Aggressionsverhalten belegt. Stachelhalsbänder sind somit zu Recht als tierschutz- und verhaltenswidrige Erziehungshilfe zu bezeichnen.

Über 300 Hundeschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sehen dies genauso und haben sich inzwischen an der Aktion "Tausche Stachelhalsband gegen Training" beteiligt, bei der Hundehalter ihr Stachelhalsband gegen eine Einzelstunde mit einem Hundetrainer tauschen können. Hierbei wird den Hundebesitzern die Möglichkeit geboten, sich ausführlich über Erziehungsmethoden zu informieren, die nicht auf Zwangseinwirkung oder der Zufügung von Schmerzen beruhen.

Aufgrund der großen Resonanz von "Tausche Stachelhalsband gegen Training" wurde nun im Rahmen dieser Aktion eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet, die ein gesetzliches Verbot von Stachelhalsungen zum Ziel hat. Tierfreunde, die die Petition unterzeichnen möchten, finden die Unterschriftenliste als Download unter www.tausche-stachelhalsband-gegen-training.de/petition.php

TASSO und zahlreiche andere Verbände unterstützen bereits die Aktion "Tausche Stachelhalsband gegen Training" und die Petition. "Moderne Hundeerziehung sollte in jedem Fall angst- und gewaltfrei erfolgen und auf positiver Konditionierung basieren", so Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher bei TASSO. "Der Einsatz von Starkzwangmitteln, wie Stachelhalsbändern, muss endlich der Vergangenheit angehören."

Quelle: TASSO, Newsletter vom 23.09.2011

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Zuletzt aktualisiert am

Montag,  18.06.2018

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