Katze weg - ach du Schreck!

Überlebenswichtige Hinweise zur RICHTIGEN Suche!

Viele Katzenhalter kennen die Ängste und den Kummer, wenn die geliebte Samtpfote nicht mehr nach Hause kommt. Die wenigsten Katzen sind tatsächlich entlaufen, entwendet oder Opfer von Unfällen geworden. Überwiegend sind sie versehentlich EINGESPERRT, und das meist in der unmittelbaren Nachbarschaft in Kellern, Dachböden, Garagen, Schuppen, Gartenhäusern, Lichtschächten, Scheunen, im Bau befindlichen Häusern etc. Ihre Neugier oder aber eine Angstreaktion bringt sie dabei in große Gefahr. Es wäre nicht das erstemal, dass bei uns eine Katze abgegeben wird, die im Heizungskeller gefangen war, weil sie durch den Lüftungsschacht eindrang und nicht mehr zurück konnte, da dieser sich unmittelbar unter der Decke befand!

 

Erste Reaktion auf das Verschwinden ist oft ein nur einmaliges Suchen und Rufen in der Nachbarschaft, das Tier bei TASSO e.V. als vermisst melden, Zeitungsanzeigen schalten, Aushänge anbringen, Tierärzten sowie Tierschutzvereinen und Tierheimen Bescheid geben. Dies ist alles völlig richtig, aber die ersten, lebensrettenden Maßnahmen werden aus Unkenntnis leider meist nicht oder nicht richtig durchgeführt!
Das Wichtigste ist, dass VERTRAUTE Personen des Tieres selbst gerade in den ersten Tagen alles mehrmals abgehen (immer wieder dieselben Keller, Garagen, Gartenhäuser, Scheunen usw., denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Tiere sich erst dann melden, wenn sie merken, dass sie ohne Hilfe nicht wieder raus kommen, und das ist meist erst nach mehr als 3 Tagen der Fall, wie wir immer und immer wieder feststellen!!).


Man muss wissen, dass sich eine Katze in einer für sie ungewöhnlichen Situation zumeist völlig anders verhält, als der Halter, der sein Tier in- und auswendig zu kennen glaubt, für möglich hält! Aus dominanten, aufgeschlossenen und draufgängerischen Tieren werden plötzlich Angsthasen! Fremde Stimmen, die nach dem Tier rufen, werden fast immer ignoriert und das Abgehen der Räumlichkeiten durch Fremde veranlasst das (verängstigte) Tier, sich noch mehr zu verkriechen und keinen Laut von sich zu geben. Erst wenn die Tiere spüren, dass sie nicht mehr können, geben sie leise Antwort, aber dann sind sie schon meist schwach und man muss gut hinhören. In vielen Fällen sind zu diesem Zeitpunkt bereits drei, vier, fünf Tage vergangen! Deshalb ist die Suche durch den HALTER mit der vertrauten Stimme und dem vertrauten Geruch oft die einzige Chance, das Tier lebend aus seinem Gefängnis zu befreien.


Findet man das geschwächte Tier dann nach mehreren Tagen, steht man unter Umständen vor dem nächsten Problem: Findet eine Katze länger als 3 oder 4 Tage keine Nahrung, dort wo sie eingesperrt ist, kann unter Umständen eine “hepatische Lipidose” einsetzen (die Leber verfettet), so dass das Tier nicht mehr in der Lage ist, selbständig Futter aufzunehmen, wenn es welches angeboten bekommt. Wenn also ein solches Tier nach mehreren Tagen entdeckt wird und dann nicht fressen “will” bzw. in Wirklichkeit nicht fressen kann, ist allerhöchste Eile geboten, es in die Tierklinik zu bringen und an die Infusion hängen zu lassen, damit der Teufelskreis durchbrochen wird. Es sollten in einem solchen Fall immer die Leberwerte und auch gleich die Nierenwerte gecheckt werden, denn das kann überlebenswichtig für ein über mehrere Tage eingesperrtes Tier sein! Zudem sind
übergewichtige Tiere besonders gefährdet und benötigen erst recht unverzüglich tierärztliche Hilfe. Anfangs wollen die Tierbesitzer ihren wiedergefundenen Tieren immer erst einmal etwas Ruhe gönnen und denken, es liegt am Schock, dass sie nicht fressen. Aber mit jeder Stunde, die verloren wird, steigt die Gefahr stetig, dass das Tier nicht mehr zu retten ist. Daher ist unverzügliches Handeln gefragt. Aber selbst wenn das Tier zu Hause wieder sofort beginnt zu fressen, nachdem es mehr als 3-4 Tage eingesperrt war, sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, da trotzdem Organschäden entstanden sein können, die man dem Tier nicht sofort ansieht, die aber bei Nichtbehandlung möglicherweise zu irreparablen Schäden führen und die Gesundheit des Tieres dauerhaft schwer beeinträchtigen können. Bitte geben Sie Ihrer Katze bei den ersten Mahlzeiten nach der Rückkehr unbedingt immer jeweils nur ein paar Häppchen! Eine Normal- oder gar Riesenportion „schockt“ den geschwächten Körper zusätzlich und richtet eventuell noch mehr Schaden an! Sehr viel weniger ist in diesem Falle mehr! Aber zuvor ist erst einmal das tägliche Suchen angesagt, am besten abends, wenn es dunkel und still ist, denn Katzen sind eher nachtaktive Tiere, ausserdem hört sowohl das Tier die Rufe des Besitzers besser als auch der Besitzer ein eventuelles Antworten. Es gilt, an allen Fenstern oder Garagentüren usw. zu rufen, evtl. Geräusche mit der Futterdose oder dem Trockenfutter zu machen, und dann still stehen zu bleiben und auf Antwort zu warten. Verschaffen Sie sich auch Zutritt zu Mehrfamilienhäusern, um dort in den Kellern und auf den Dachböden nach Ihrem Tier suchen zu können.


Sollte das Tier nicht gefunden werden und offensichtlich nicht eingesperrt sein, so geben Sie die Hoffnung nicht so schnell auf! Wir erleben immer wieder, dass Tiere auch nach Monaten und sogar Jahren wieder an den Halter zurück geführt werden können. Voraussetzung ist allerdings, dass sie durch einen Chip und/oder durch eine lesbare Tätowierung in den Ohren gekennzeichnet und registriert sind, z. B. bei Tasso e. V., dem größten Haustier-Zentralregister Europas.

 

Weitere Tiersuchdienste für Haustiere:
http://www.tasso.net/Vermisst-Gefunden/Suchmeldung-erstellen (Tasso e.V.)

Tel. 0 61 90 - 93 73 00


http://www.tierschutzverzeichnis.de (Tiersuche nach Ort und Farbe sortiert)

 

Mit Beiträgen v. Birgitt Tombrink, CAT-CARE Tierhilfe Kassel e. V.

Zuletzt aktualisiert am

Sonntag,   7. Okt. 2018

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